Careum Hochschule Gesundheit

Lehre und Forschung neu unter einem Dach

Mit dem Jahreswechsel fiel der Startschuss für die Careum Hochschule Gesundheit. Unter neuem Namen und mit neuer Struktur wird das Profil geschärft.

Im Januar 2019 startete die Careum Hochschule Gesundheit auf dem Careum Campus. Name und Organisationsform sind neu, dahinter stehen jedoch Altbekannte: Es handelte sich um den Zusammenschluss der früheren Kalaidos Fachhochschule Gesundheit mit Careum Forschung, der ehemaligen Forschungsabteilung der Careum Stiftung. Die Careum Hochschule Gesundheit ist nun auch vom Namen her Teil der Careum Gruppe und stärkt so die Dachmarke als bedeutende Bildungsanbieterin im schweizerischen Gesundheitswesen. Die neu formierte Hochschule bleibt das Departement Gesundheit der eidgenössisch akkreditierten Kalaidos Fachhochschule Schweiz, die seit 2019 zur Klett Gruppe gehört.

Praxis durch und mit Forschung
Lehre und Forschung sind nun in einem gemeinsamen Hochschuldepartement organisiert – und können sich so gegenseitig bereichern. Die Careum Hochschule macht Gesundheitsfachpersonen dank qualitativ hochstehender Angebote fit für die Zukunft: Sie bietet berufsbegleitende Bachelor-, Master- und weitere Studiengänge im Bereich Pflegewissenschaft und Gesundheitsversorgung an. Der Bereich Forschung setzt innovative Schwerpunkte im Bereich Pflege-, Angehörigen- und Versorgungsforschung. Auch 2019 gelang es, mit nationalen und internationalen Forschungsprojekten wichtige Impulse zu setzen. So fliessen wieder aktuelle und relevante wissenschaftliche Erkenntnisse in die Lehre ein. Damit wird eine Ausbildung garantiert, die sowohl praxisorientiert als auch forschungsgestützt ist.

Jubiläum und Stabsübergabe
Bereits seit zehn Jahren wird der Studiengang «Master of Science FH in Nursing» angeboten. Er entwickelte sich zur kleinen Erfolgsgeschichte: Während 2009 ein kleines Grüppchen von acht Studierenden im Pionier-Studiengang starteten, feierten im Juni 2019 bereits 28 Ehemalige und 34 Studierende zusammen mit ihren Mentorinnen und Mentoren, Dozierenden und Vertreterinnen und Vertretern aus Betrieben das zehnjährige Jubiläum. Von Anfang an prägend mit dabei war Studiengangsleiterin Prof. Dr. Iren Bischofberger. Anfang November 2019 übergab sie die Studiengangsleitung an die Careum Alumna und SNF-Doktorandin Marianne Frech.

Neue Ausbildungsangebote verbessern die Pflegepraxis
Auch zukünftig sollen fundierte Kenntnisse auf dem neuesten Wissensstand vermittelt werden. Deshalb wurden 2019 neben den bewährten Ausbildungsgängen drei neue Module eingeführt: Das Austausch- und Wissensmodul «Update Medikationssicherheit» zielt darauf ab, das eigene Arzneimittelwissen zu aktualisieren und Medikationsprozesse zu verbessern. Im «CAS FH in Wound Care» steht professionelle Pflege von Menschen mit chronischen Wunden im Mittelpunkt. In der Akut- und Langzeitversorgung ist die Arzneimitteltherapie ein wichtiges Behandlungselement – aber auch das mit der höchsten Fehlerquote. Das Modul «Medikamente im Patientenalltag» hilft, Risiken zu minimieren.

Dreifache Ehrung
Für eine qualitativ hochstehende Lehre braucht es vor allem hochkarätige Personen mit Lehrbegeisterung und Aussenwirkung. Die Hochschule durfte sich im Berichtsjahr gleich über drei Ehrungen freuen: Am Kalaidos Hochschultag wurde der Studiengangsleiterin Andrea Käppeli der «Best Teaching Award 2019» der Credit Suisse für beste Lehre in Hochschule, Praxis und Alumniverein verliehen. Auf Antrag der Hochschulkonferenz verlieh zudem der Fachhochschulrat Prof. Dr. Claudia Müller den Titel «Professorin der Kalaidos Fachhochschule». Sie forscht an der Careum Hochschule Gesundheit und an der Universität Siegen zum Thema Technik im Alter und Digitalisierung in einer binationalen Brückenprofessur. Und Prof. Dr. Iren Bischofberger wurde in den Vorstand der Spitex Schweiz gewählt.

 

Gesellschaftliche Impulse durch praxisorientierte Forschung
Auch 2019 lag der Forschungsschwerpunkt auf pflegenden Angehörigen aller Altersgruppen und Lebenssituationen sowie auf ihren Nächsten, die Hilfe benötigen. Mit diesem weiten Blick über die ganze Lebensspanne konnten wiederum vielfältige nationale und internationale Projekte zusammen mit renommierten Praxis- und Projektpartnern in Angriff genommen oder weitergeführt werden. Eine Übersicht über laufende und abgeschlossene Projekte findet sich hier

Drei zentrale Forschungsprogramme, diverse Projekte

  • «work & care»: Mit dem neuen Projekt «worke & care integra» wurde 2019 untersucht, wie Angehörige in der Gesundheitsversorgung mit einem neuen Erwerbsmodell regulär bei der Spitex angestellt werden könnten. Ebenso beschäftigte sich das Team in verschiedenen Projekten mit «Distance-Caregiving», der Betreuung und Pflege von Angehörigen über Distanzen.
     
  • «Young Carers»: 2019 begannen die Entwicklungsarbeiten an einem Prototyp für eine «Netzwerkkarte». Diese soll Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen schnellen Zugang zu Informationen ermöglichen. Zentrales Anliegen aller Projekte ist, das Wohlbefinden und die Resilienz von Young Carers zu stärken.
     
  •  «Ageing at home»: Im Berichtsjahr lag der Fokus mehrerer Projekte auf Caring Communities / sorgenden Gemeinschaften – so etwa in einem SNF NFP74-Projekt oder in den vielen Projekten zum Thema Angehörigenforschung, in der Politikberatung oder in vielfältigen Vorträgen.

Ein wichtiger Grundsatz bei allen Projekten ist stets: Geforscht wird nicht über pflegende Angehörige und ihre Nächsten, sondern mit ihnen und für sie.

Starke Präsenz der Hochschule in den Medien
In der SRF-Sendung Puls stellte die BScN-Studiengangsleiterin Andrea Käppeli (zugleich Leiterin Pflege- und Praxisentwicklung am Spital Muri) das Thema «Room of Horror» vor. Es handelt sich dabei um einen Trainingsraum, in dem auf spielerische Art und Weise das Situationsbewusstsein für konkrete Gefahren für die Patientensicherheit geschärft wird.

Mehrere Tageszeitungen und Radiobeiträge nahmen zudem das Thema Young Carers prominent auf – und beriefen sich dabei stets auf die Forschungsergebnisse der Careum Hochschule Gesundheit. Diese mediale Präsenz ist dreifach erfreulich: Öffentlichkeit und Politik werden durch das wachsende Medieninteresse für die Situation von Young Carers sensibilisiert. Forschungsergebnisse verbleiben nicht im Elfenbeinturm, sondern setzen Impulse, stossen Veränderungen an und helfen, Massnahmen in die Wege zu leiten. Und in der Lehre werden Fachkräfte noch besser ausgebildet, um verletzliche Personengruppen zu erkennen und Hilfestellung leisten zu können.