Careum Gesundheitskompetenz

In Gesundheitsfragen informiert entscheiden

Careum stärkt das Thema Gesundheitskompetenz mit einem eigenen Bereich. Gestützt auf diverse interne Vorarbeiten hat das Team Careum Gesundheitskompetenz im März 2019 seine Arbeit auf dem Careum Campus aufgenommen.

Warum ist Gesundheitskompetenz so wichtig?

Das Gesundheitssystem ist in den letzten Jahren immer komplexer geworden. Zugleich sind durch die Digitalisierung immer mehr Gesundheitsinformationen verfügbar. Um diese Herausforderungen im Umgang mit Gesundheitsinformationen und bei der Orientierung im Gesundheitssystem zu meistern, ist eine hohe Gesundheitskompetenz besonders wichtig. Der Begriff steht dabei für das Wissen, die Motivation und Kompetenzen von Menschen, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, einzuschätzen und zu nutzen, um im Alltag Entscheidungen treffen zu können, die sich positiv auf die eigene Gesundheit auswirken. Gesundheitskompetenz ist immer das Zusammenspiel persönlicher Fähigkeiten des Einzelnen sowie der Anforderungen und Komplexität des Systems. Bisherige empirische Daten zeigen, dass es für mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Schweiz schwierig ist, mit Gesundheitsinformationen umzugehen. Hier setzt Careum Gesundheitskompetenz an. In Kooperation mit lokalen, nationalen und internationalen Partnern will der neue Stiftungsbereich die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung und der Gesundheitsversorger stärken..

«Gesundheitskompetenz Zürich»

Um dieses Ziel im Kanton Zürich zu erreichen, spannt Careum im Programm «Gesundheitskompetenz Zürich» mit der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich zusammen. Das Programm ist über mehrere Jahre ausgelegt und beinhaltet verschiedene Projekte. Im Berichtsjahr konnte das Team von Careum Gesundheitskompetenz gemeinsam mit der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich bereits erste Projekte und Massnahmen im Rahmen dieses Programms in Angriff nehmen, so zum Beispiel das Projekt «Selbstcheck Gesundheitskompetente Organisation». Ziel dieses ersten Umsetzungsprojekts ist es, gemeinsam mit den Praxispartnern mediX Zürich und Spitex Zürich Limmat ein Instrument für die Selbstbeurteilung der organisationalen Gesundheitskompetenz für Arztpraxen und Spitex-Organisationen zu entwickeln. Daraus sollen Organisationen Handlungsbedarf ableiten und Massnahmen zur Stärkung ihrer Gesundheitskompetenz planen.

Gesundheitskompetenz in der Schweiz – Partner einer länderübergreifenden Befragung

Weiter konnte das Team ein neues Projekt einwerben. Es übernimmt ab Ende 2019 die Leitung der zweiten Untersuchung zur Gesundheitskompetenz der Schweizer Bevölkerung, die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) durchgeführt wird. Der sogenannte Schweizer Health Literacy Survey 2019 ist Teil des internationalen Health Literacy Surveys (HLS19), eines Projekts des «WHO Action Network on Measuring Population and Organizational Health Literacy (M-POHL)». Careum fungiert dabei als National Study Center der Schweiz und stellt in Zusammenarbeit mit gfs.bern die wiederholte Befragung der Gesundheitskompetenz der Schweizer Bevölkerung sowie die anschliessende Ableitung entsprechender Handlungsempfehlungen sicher.

Vernetzung

Das Team von Careum Gesundheitskompetenz ist eng mit verschiedenen nationalen und internationalen Initiativen, Organisationen und Akteuren vernetzt. So ist es unter anderem Teil eines deutschsprachigen Dreiländer-Dialogs in diesem Bereich, hält den Europäischen Sitz des Executive Boards der International Health Literacy Association und ist Mitglied der Arbeitsgruppe «Health Promoting Hospitals & Health Literate Organizations».